Lesezeit: 9 Minuten | Aktualisiert: März 2026
Von Brice DELHOME, Experte für Vorsorge & Finanzen
Das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) ist ein strenges individuelles Kapitalisierungssystem. Im Gegensatz zur AHV finanziert das (von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber) eingezahlte Geld Ihr eigenes Vorsorgekonto. Das Verständnis der Mechanismen des BVG (koordinierter Lohn, Umwandlungssatz, überobligatorischer Teil) ist von entscheidender Bedeutung, da dieses Kapital im Rentenalter in der Regel mehr als 60 % des gesamten Finanzvermögens eines Arbeitnehmers in der Schweiz ausmacht.
BVG-Sparbeiträge erscheinen erst ab dem 1. Januar nach Ihrem 24. Geburtstag auf Ihrer Gehaltsabrechnung. Aber Vorsicht, der Beitragsprozentsatz gilt nicht für Ihren gesamten Bruttolohn, sondern für einen sogenannten "koordinierten" Lohn.
Das Schweizer System geht davon aus, dass die erste Tranche Ihres Einkommens bereits durch die AHV (1. Säule) versichert ist. Das BVG zieht daher einen Koordinationsabzug von 25'725 CHF von Ihrem Bruttolohn ab.
Das Gesetz legt altersabhängige, progressive "Altersgutschriften" fest:
Arbeitgeberpflicht: Artikel 66 des BVG verlangt vom Arbeitgeber, mindestens 50 % der gesamten Beiträge zu übernehmen. Somit wird der von Ihrer Gehaltsabrechnung abgezogene Betrag von Ihrem Unternehmen immer (mindestens) verdoppelt, bevor er auf Ihr Vorsorgekonto eingezahlt wird.
Um Talente anzuziehen, bieten viele Unternehmen (insbesondere in der Pharma-, Finanz- oder Uhrenindustrie) Vorsorgepläne an, die weit über die gesetzlichen Verpflichtungen hinausgehen. Hier sind die 3 Punkte, die Sie auf Ihrem jährlichen Ausweis überprüfen sollten:
Die Stärke der 2. Säule liegt im Zinseszins, der sich über Jahrzehnte ansammelt. Nutzen Sie unseren interaktiven Simulator, um die Entwicklung Ihrer Vorsorge basierend auf Ihrer gesamten Sparleistung zu prognostizieren.
Grenzgänger-Bonus: Die Tabelle berechnet auch die Einsparungen durch die Rückführung Ihrer Gelder über ibani (anstelle einer traditionellen Bank), wenn Sie sich am Ende dafür entscheiden, dieses Kapital in Euro umzutauschen.
| Dauer | Gesamtes angespartes Kapital | Prognostizierte Jahresrente |
|---|
* Die BVG-Berechnung verwendet die Formel für den jährlichen Zinseszins (geglättete Zahlungen). Die Entwicklung der Inflation und der gesetzlichen Sätze mit zunehmendem Alter werden zur Vereinfachung der Prognose nicht berücksichtigt.
** Die Wechselkurseinsparung (in Blau) stellt das Geld dar, das Sie sparen, wenn Sie Ihre Schweizer Franken mit ibani in Euro zurückführen, im Vergleich zur durchschnittlichen Wechselkursmarge (1,5 %), die von einer klassischen Bank oder einem nicht spezialisierten Broker berechnet wird.
Das Geld in Ihrer 2. Säule ist bis zum gesetzlichen Rentenalter (oder zur Frühpensionierung, in der Regel ab 58) gesperrt. Das Schweizer Gesetz sieht jedoch drei Hauptfälle vor, die einen Vorbezug (ganz oder teilweise) erlauben.
Dies ist der häufigste Grund für einen Bezug. Die Wohneigentumsförderung (WEF) ermöglicht es Ihnen, einen Teil Ihres BVG zu beziehen, um Ihr Eigenkapital beim Kauf Ihres Hauptwohnsitzes (oder zur Amortisation einer bestehenden Hypothek) zu bilden. Diese Regel gilt auch, wenn sich die Immobilie im EU-Ausland befindet (für Grenzgänger). Der Mindestbezugsbetrag liegt bei 20'000 CHF.
Wenn Sie die Schweiz verlassen, um in Ihr Heimatland zurückzukehren, hängen die Bezugsbedingungen von Ihrem Zielort ab:
Wenn Sie in der Schweiz selbstständig werden (mit Bestätigung der AHV-Ausgleichskasse) und nicht mehr der obligatorischen beruflichen Vorsorge unterstehen, können Sie die Barauszahlung Ihrer gesamten Freizügigkeitsleistung verlangen. Der Antrag muss im Jahr nach Beginn Ihrer selbstständigen Tätigkeit gestellt werden.
Bei einer Kapitalauszahlung (Total- oder Teilbezug) wird der Betrag versteuert:
Egal, ob Sie ein Haus kaufen oder in den Ruhestand gehen: Wenn Sie dieses Kapital in die Eurozone zurückführen, müssen Sie große Beträge von CHF in EUR umtauschen. Eine klassische Bank wendet beim Empfang der Gelder systematisch eine versteckte Wechselkursmarge an (wie in unserem Simulator oben gezeigt).
Die ibani-Strategie: Tragen Sie die von ibani bereitgestellte persönliche Schweizer IBAN direkt auf dem Formular Ihrer Pensionskasse ein. Bei der Auszahlung tauscht ibani Ihr Kapital zum echten Marktkurs völlig transparent um. Ihre Einsparungen bei den Wechselkursgebühren finanzieren oft einen großen Teil Ihrer Steuern!
