Firmengründung in der Schweiz, Kapitaltransfer und MWST

Ein Unternehmen in der Schweiz gründen: GmbH, AG oder Einzelfirma

Möchten Sie Ihr Unternehmen in der Schweiz gründen? Erfahren Sie mehr über Domizilierungsregeln, die Optimierung des Transfers Ihres Stammkapitals und die Abrechnungspflichten (MWST und AHV) für kleine Umsätze.

Lesezeit: 10 Minuten | Aktualisiert:

Von Brice DELHOME

📌 Kurz gefasst: eine Firma in der Schweiz gründen
  • Für die Gründung einer GmbH oder AG in der Schweiz braucht es ein Mindestkapital: 20'000 CHF vollständig eingezahlt für eine GmbH, 100'000 CHF für eine AG, wovon mindestens 50'000 CHF bei der Gründung eingezahlt sein müssen.
  • Die Gesellschafter dürfen im Ausland wohnen: Eine nicht ansässige Person kann das gesamte Kapital halten, doch mindestens eine zur Vertretung der Gesellschaft befugte Person muss in der Schweiz wohnhaft sein.
  • Das Kapital läuft über ein Kapitaleinzahlungskonto: Es wird auf ein Sperrkonto bei einer Schweizer Bank eingezahlt, die die Einzahlungsbestätigung ausstellt, die der Notar für die Gründung benötigt.
  • Rechnungen stellen geht auch ohne Gesellschaft: Bei einer Einzelfirma ist die Eintragung ins Handelsregister unter 100'000 CHF Umsatz nicht obligatorisch, der Selbständigenstatus muss aber von der AHV-Ausgleichskasse anerkannt werden (Beiträge von ca. 10 % des Nettogewinns).
  • MWST: Unter 100'000 CHF weltweitem Jahresumsatz aus steuerbaren Leistungen besteht keine MWST-Pflicht: Die Rechnungen werden ohne MWST ausgestellt, und die auf Einkäufen bezahlte MWST kann nicht zurückgefordert werden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Kann man ohne Firmengründung im eigenen Namen Rechnungen stellen?
  2. Kann eine nicht ansässige Person eine GmbH oder AG besitzen?
  3. Wie zahlt man das Kapital auf das Kapitaleinzahlungskonto ein?
  4. Wann muss ein junges Unternehmen MWST verrechnen?

1. Kann man ohne Firmengründung im eigenen Namen Rechnungen stellen?

Viele Unternehmer fragen sich, ob es absolut zwingend ist, eine Kapitalgesellschaft (GmbH oder AG) zu gründen, um mit dem Schreiben von Rechnungen zu beginnen. Die Antwort ist nein. Sie können als Einzelfirma (Status als Selbständiger) tätig sein.

Die Schwelle für die Eintragung ins Handelsregister

Einer der Vorteile der Schweiz liegt in ihrer anfänglichen administrativen Flexibilität. Üben Sie eine kaufmännische Tätigkeit in eigenem Namen aus und liegt Ihr Bruttojahresumsatz unter 100'000 CHF, ist die Eintragung ins Handelsregister nicht obligatorisch (obwohl sie empfohlen wird, um Geschäftskunden zu beruhigen).

Der wahre Richter: Die AHV-Ausgleichskasse

Hier machen viele Gründer (insbesondere Ausländer) einen teuren Fehler. In der Schweiz können Sie nicht einfach beschliessen, nach dem Zufallsprinzip Rechnungen auszustellen. Damit Ihr Einkommen legal ist und nicht als Schwarzarbeit gilt, müssen Sie Ihren Status als Selbständiger von der AHV-Ausgleichskasse Ihres Kantons anerkennen lassen.

Der Schweizer Selbständigenstatus ist keine freie Wahl, er wird im Nachhinein anerkannt. Die AHV-Kasse analysiert Ihre tatsächliche wirtschaftliche Situation. Um als selbständig anerkannt zu werden, müssen Sie nachweisen, dass:

  • Sie in eigenem Namen und auf eigene Rechnung handeln.
  • Sie das wirtschaftliche Risiko des Unternehmens (Investitionen, Ausrüstung) tragen.
  • Sie mehrere unterschiedliche Kunden haben (um Scheinselbständigkeit zu vermeiden).

Nach der Anerkennung müssen Sie Ihre AHV-Sozialabgaben (ca. 10 % Ihres Nettogewinns) direkt an die Kasse zahlen.

Was ist mit Grenzgängern? Ein Grenzgänger kann in der Schweiz problemlos im eigenen Namen selbständig sein. Er muss das Vorhandensein von Räumlichkeiten oder einer Geschäftsadresse in der Schweiz nachweisen, sich bei der AHV anmelden und eine spezifische G-Bewilligung (Grenzgänger) mit Selbständigenstatus beantragen.

2. Kann eine nicht ansässige Person eine GmbH oder AG besitzen?

Ja: Eine nicht ansässige Person kann das gesamte Kapital halten, sofern eine Person mit Wohnsitz in der Schweiz die Gesellschaft vertreten kann. Wenn Sie Ihr persönliches Vermögen schützen oder Investoren aufnehmen möchten, ist die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder einer Aktiengesellschaft (AG) unerlässlich.

Einer der grössten Trümpfe der Schweiz ist ihre Offenheit für internationales Kapital. Es ist absolut nicht notwendig, die Schweizer Staatsangehörigkeit zu besitzen oder auch nur in der Schweiz zu wohnen, um Anteile an einem Schweizer Unternehmen zu halten. Ein ausländischer Staatsbürger mit Wohnsitz im Ausland kann problemlos das gesamte Stammkapital halten.

Die Vertretungspflicht (Geschäftsführung)

Das Schweizerische Obligationenrecht (OR) schreibt jedoch eine strenge Regel vor: Die Gesellschaft muss durch eine Person mit Wohnsitz in der Schweiz vertreten werden können.

  • Für eine GmbH: Diese Person muss ein Geschäftsführer oder Direktor mit Wohnsitz in der Schweiz sein (Art. 814 Abs. 3 OR).
  • Für eine AG: Diese Person muss ein Mitglied des Verwaltungsrates oder ein Direktor mit Wohnsitz in der Schweiz sein (Art. 718 Abs. 4 OR).

Die Lösung für ausländische Gründer: Wenn Sie nicht in der Schweiz ansässig sind, müssen Sie die Dienste eines "Treuhand-Geschäftsführers" oder "Treuhand-Verwaltungsrats" in Anspruch nehmen. Dies ist ein Schweizer Einwohner, der beauftragt ist, Sie gegen eine jährliche Gebühr gesetzlich zu vertreten.

3. Wie zahlt man das Kapital auf das Kapitaleinzahlungskonto ein?

Um Ihre Gesellschaft ins Handelsregister einzutragen, müssen Sie nachweisen, dass das Stammkapital eingezahlt wurde. Der gesetzliche Mindestbetrag beträgt 20'000 CHF für eine GmbH (vollständig eingezahlt) und 100'000 CHF für eine AG (wovon mindestens 50'000 CHF bei der Gründung eingezahlt werden müssen).

Sie können dieses Geld nicht direkt an einen Notar zahlen. Sie müssen bei einer Schweizer Bank ein "Kapitaleinzahlungskonto" (Sperrkonto) eröffnen. Sobald die Gelder eingegangen sind, stellt die Bank eine "Einzahlungsbestätigung" aus, ein unverzichtbares Dokument für den Notar zur Gründung der Gesellschaft.

Die Bankenfalle beim Transfer aus dem Ausland

Wenn Sie ein nicht ansässiger Unternehmer sind, befindet sich Ihr Startkapital wahrscheinlich in Euro oder einer anderen Fremdwährung auf Ihrem Privatkonto im Ausland. Eine direkte internationale Überweisung auf das Schweizer Einzahlungskonto ist ein teurer Fehler.

Warum? Die Schweizer Bank empfängt Ihre Fremdwährung und rechnet sie zwangsweise in Schweizer Franken um, wobei sie ihren eigenen Wechselkurs anwendet, zusammen mit einer versteckten Marge (Spread), die oft zwischen 1,5 % und 2 % liegt. Bei einem AG-Kapital (50'000 CHF) können Sie vor dem ersten Geschäftstag bis zu 1'000 CHF an unsichtbaren Gebühren verlieren.

Die optimierte Methode (Der ibani Reflex)

Um die Wechselkosten auf Ihrem Startkapital zu begrenzen, rechnen Sie Ihre Währung zu einem Kurs nahe am Interbankenkurs in Schweizer Franken um, bevor das Geld auf dem Einzahlungskonto eingeht. Sie können die Umrechnung Ihres Kapitals simulieren, um den genau einzuzahlenden Betrag in CHF zu ermitteln.

  • Eröffnen Sie ein ibani-Konto: Wir stellen Ihnen eine Schweizer IBAN auf Ihren Namen zur Verfügung.
  • Überweisen Sie Ihre Gelder an ibani: Wir rechnen Ihre Gelder zum Interbankenkurs unter Anwendung einer transparenten, degressiven Marge von 0,40 % bis 0,15 % je nach Betrag um.
  • Überweisen Sie die exakten CHF: Überweisen Sie den genauen Betrag in CHF auf das Einzahlungskonto Ihrer zukünftigen Gesellschaft. Der Notar erhält die Bestätigung, und Sie haben die Bank nicht beim Wechselkurs bereichert.

4. Wann muss ein junges Unternehmen MWST verrechnen?

Sobald Ihr Selbständigenstatus validiert oder Ihr Unternehmen eingetragen ist, stellen Sie Ihre ersten Rechnungen aus. In der Schweiz ist die Mehrwertsteuergesetzgebung (MWST) für Start-ups besonders günstig.

Die obligatorische Unterstellungsgrenze

Ein Schweizer Unternehmen (GmbH, AG oder Einzelfirma) ist nicht zwingend der Schweizer MWST unterstellt, wenn sein weltweiter Umsatz aus steuerbaren Leistungen unter 100'000 CHF pro Jahr liegt.

Wie stellen Sie Ihren Kunden unterhalb dieser Grenze Rechnungen?

Wenn Sie diese Grenze nicht erreichen und keine freiwillige Unterstellung beantragt haben:

  1. Ihre Rechnungen (für Privatpersonen oder Unternehmen) müssen als Nettobetrag (ohne Mehrwertsteuer) ausgestellt werden.
  2. Sie dürfen darauf keine Mehrwertsteuer ausweisen (Art. 27 MWSTG). Einen bestimmten Vermerk schreibt das Gesetz nicht vor: Der Hinweis "Nicht mehrwertsteuerpflichtig" ist möglich, um Ihre Kunden klar zu informieren.
  3. Im Gegenzug können Sie die auf die Einkäufe Ihres Unternehmens (Computer, Möbel, Dienstleistungen) gezahlte Mehrwertsteuer nicht abziehen (Vorsteuerabzug).

Freiwillige Unterstellung: eine strategische Entscheidung

Auch wenn Ihr Umsatz im ersten Jahr sehr niedrig ist, kann es manchmal strategisch sinnvoll sein, sich bei der Gründung freiwillig für die MWST anzumelden. Dies gilt insbesondere, wenn Sie zu Beginn erhebliche Investitionen tätigen (Kauf von Maschinen, Lagerbestand), da Sie so die auf diese Einkäufe gezahlte MWST (Vorsteuer) zurückfordern können. Sprechen Sie mit Ihrem Treuhänder!

Zusammenfassung: So starten Sie Ihr Unternehmen

KriteriumEinzelfirmaGmbHAG
MindestkapitalKeines20'000 CHF, vollständig einbezahlt100'000 CHF, davon mindestens 50'000 CHF einbezahlt
Eintrag ins HandelsregisterObligatorisch ab 100'000 CHF JahresumsatzObligatorischObligatorisch
Person mit Wohnsitz in der SchweizVom OR nicht verlangtGeschäftsführer oder Direktor (Art. 814 Abs. 3 OR)Mitglied des Verwaltungsrates oder Direktor (Art. 718 Abs. 4 OR)
KapitaleinzahlungskontoNeinJa, für bar einbezahltes KapitalJa, für bar einbezahltes Kapital
Obligatorische MWST-PflichtAb 100'000 CHF weltweitem Jahresumsatz aus steuerbaren Leistungen

Eine Tätigkeit in der Schweiz zu starten, erfordert Vorbereitung. Achten Sie darauf,

  1. Ihren Status zu klären (Selbständigkeit über die AHV oder Gründung einer GmbH/AG über das Handelsregister);
  2. eine Person mit Wohnsitz in der Schweiz zu bestimmen, die die Gesellschaft vertreten darf (Geschäftsführer, Verwaltungsrat oder Direktor), wenn Sie eine Gesellschaft gründen und im Ausland wohnen;
  3. den Transfer Ihres Gesellschaftskapitals über einen Devisenspezialisten wie ibani zu optimieren, um die Wechselkosten auf Ihrem Kapital zu begrenzen;
  4. die MWST-Befreiung (unter 100'000 CHF) auf Ihren ersten Rechnungen korrekt anzuwenden.

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  • Unsere Überweisungsgebühren: CHF 0
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Häufige Fragen (Unternehmensgründung)

Ja, als Einzelfirma (Selbständiger). Liegt Ihr Umsatz unter 100'000 CHF, ist die Eintragung ins Handelsregister nicht obligatorisch. Sie müssen sich jedoch zwingend bei der AHV-Ausgleichskasse anmelden, um Ihren Selbständigenstatus validieren zu lassen und Ihre Sozialabgaben zu zahlen.

Ja, es ist durchaus möglich, alle Anteile an einer Schweizer Gesellschaft zu halten und im Ausland zu leben. Das Gesetz schreibt jedoch vor, dass die Gesellschaft durch eine Person mit Wohnsitz in der Schweiz vertreten werden kann: bei einer GmbH durch einen Geschäftsführer oder Direktor, bei einer AG durch ein Mitglied des Verwaltungsrates oder einen Direktor (Art. 814 Abs. 3 und 718 Abs. 4 OR).

Sie müssen die Gelder auf ein Kapitaleinzahlungskonto in der Schweiz einzahlen. Um zu verhindern, dass die Bank bei der Umrechnung Ihrer Fremdwährung eine hohe Wechselmarge einbehält, ist es ratsam, diese über einen Spezialisten wie ibani (Marge von 0,40 % bis 0,15 % je nach Betrag) umzutauschen und dann den genauen Betrag in Schweizer Franken an die Bank zu überweisen.

Liegt der Umsatz Ihres Unternehmens unter 100'000 CHF pro Jahr, sind Sie nicht obligatorisch mehrwertsteuerpflichtig. Ihre Rechnungen werden ohne MWST ausgestellt: Solange Sie nicht im Register der Steuerpflichtigen eingetragen sind, dürfen Sie darauf keine MWST ausweisen (Art. 27 MWSTG). Der Vermerk «Nicht MWST-pflichtig» ist freiwillig. Die freiwillige Unterstellung bleibt möglich.

Offizielle Quellen

Bereit, Ihr Unternehmen anzumelden?

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