Welche drei Wege führen zur Schweizer Staatsbürgerschaft?
Das Schweizer Recht kennt drei getrennte Zugänge zum Bürgerrecht: die ordentliche Einbürgerung, die erleichterte Einbürgerung und die Wiedereinbürgerung. Sie folgen weder denselben Voraussetzungen noch denselben Fristen noch denselben Behörden. Wer von Anfang an den richtigen Weg wählt, verliert kein Jahr mit dem falschen Dossier.
| Weg | Für wen | Entscheidende Behörde | Verlangte Aufenthaltsdauer |
|---|---|---|---|
| Ordentliche Einbürgerung | Alle dauerhaft in der Schweiz niedergelassenen ausländischen Personen mit C-Bewilligung | Gemeinde, Kanton und Bund (SEM) | 10 Jahre in der Schweiz, davon 3 in den letzten 5 Jahren, dazu 2 bis 5 Jahre im Kanton |
| Erleichterte Einbürgerung | Ehegatten von Schweizer Staatsangehörigen, in der Schweiz geborene Jugendliche der 3. Generation, staatenlose Kinder, Kinder eines Schweizer Elternteils | SEM, nach Anhörung des Kantons | 5 Jahre in der Schweiz, davon das Jahr vor dem Gesuch, und 3 Jahre eheliche Gemeinschaft beim Ehegatten |
| Wiedereinbürgerung | Personen, die das Schweizer Bürgerrecht verloren haben, namentlich Frauen durch Heirat vor Oktober 2003, und ihre Nachkommen | SEM | Keine Aufenthaltsdauer, aber enge Verbundenheit mit der Schweiz ist nachzuweisen |
Der ordentliche Weg betrifft die grosse Mehrheit der Gesuchstellenden und bleibt der längste. Er ist auch der einzige, bei dem die Wohngemeinde eine aktive Rolle spielt: sie gibt eine Stellungnahme ab, führt teils ein Gespräch und verfügt in einzelnen Kantonen über eine eigene Entscheidkompetenz. 2025 erwarben gemäss den Statistiken des Staatssekretariats für Migration 41 134 ausländische Staatsangehörige das Schweizer Bürgerrecht, über alle Wege zusammen.
Welche Bundesvoraussetzungen gelten für die ordentliche Einbürgerung?
Die Antwort des Bundes lässt sich auf zwei Zahlen und ein Dokument zusammenfassen: zehn Jahre Aufenthalt in der Schweiz, davon drei in den fünf Jahren vor dem Gesuch, und eine gültige Niederlassungsbewilligung C bei der Einreichung. Diese Voraussetzungen stehen im Bürgerrechtsgesetz und gelten einheitlich in allen 26 Kantonen.
Nicht alle Jahre zählen gleich
Das überrascht die meisten Gesuchstellenden. Die Berechnung der Aufenthaltsdauer berücksichtigt nicht jeden Aufenthaltstitel. Angerechnet werden Aufenthalte mit B-Bewilligung, C-Bewilligung, Ci-Bewilligung und Legitimationskarte des EDA. Die vorläufige Aufnahme, Bewilligung F, zählt nur zur Hälfte. Die Bewilligungen L, N und S zählen gar nicht, ebenso wenig die G-Bewilligung der Grenzgänger.
Eine Regel wirkt dagegen zugunsten früh eingereister Personen: jedes zwischen dem 8. und dem 18. Altersjahr in der Schweiz verbrachte Jahr zählt doppelt, sofern der tatsächliche Aufenthalt mindestens sechs Jahre gedauert hat. Ein mit 10 Jahren eingereistes und ununterbrochen gebliebenes Kind erreicht die Zehnjahresschwelle folglich mit 18 und nicht mit 20 Jahren.
| Aufenthaltstitel | Zählt für die 10 Jahre? | Präzisierung |
|---|---|---|
| C-Bewilligung (Niederlassung) | Ja, vollständig | Bei der Einreichung und während des gesamten Verfahrens zwingend |
| B-Bewilligung (Aufenthalt) | Ja, vollständig | Zählt für die vergangenen Jahre, genügt aber für die Einreichung nicht |
| Ci-Bewilligung und EDA-Legitimationskarte | Ja, vollständig | Betrifft namentlich internationale Funktionärinnen und Funktionäre und ihre Familien in Genf |
| F-Bewilligung (vorläufige Aufnahme) | Zur Hälfte | Zwei Jahre mit F-Bewilligung entsprechen einem Jahr |
| Bewilligungen L, N, S | Nein | Kurzaufenthalt, Asylsuchende, Schutzstatus: keine Wirkung auf die Berechnung |
| G-Bewilligung (Grenzgänger) | Nein | Der Wohnsitz bleibt im Ausland: kein Jahr wird angerechnet |
Die C-Bewilligung verdient besondere Aufmerksamkeit, denn sie ist zugleich Voraussetzung und Engpass. Angehörige der EU und der EFTA erhalten sie in der Regel nach fünf Jahren ununterbrochenen Aufenthalts; Angehörige von Drittstaaten müssen meist zehn Jahre warten, ausser bei vorzeitiger Niederlassung wegen erfolgreicher Integration. Unser Leitfaden zu den Aufenthalts- und Arbeitsbewilligungen B, C, G und L erläutert die Voraussetzungen jedes Titels und die Reihenfolge der Gesuche.
Welche Integrationskriterien prüft die Behörde wirklich?
Über den Jahreszähler hinaus verlangt das Gesetz eine erfolgreiche Integration und die Vertrautheit mit den schweizerischen Lebensverhältnissen. Diese Begriffe zerfallen in fünf konkrete, alle belegbare Kriterien, und jedes hat seinen typischen Ablehnungsgrund.
1. Sprachkompetenzen: B1 mündlich, A2 schriftlich
Das bundesrechtliche Minimum ist Niveau B1 mündlich und A2 schriftlich in einer Landessprache: Deutsch, Französisch, Italienisch oder Rätoromanisch. Die Kantone können mehr verlangen. Der Nachweis erfolgt über ein vom SEM anerkanntes Zertifikat, wobei der fide-Sprachenpass als Schweizer Referenz gilt. Drei Befreiungen bestehen: die Landessprache ist Ihre Muttersprache, Sie haben mindestens fünf Jahre obligatorische Schulzeit in dieser Sprache absolviert, oder Sie verfügen über einen Abschluss der Sekundarstufe II oder der Tertiärstufe in dieser Sprache.
Der fide-Test besteht aus zwei unabhängigen Teilen: 250 CHF für den vollständigen Test, 170 CHF für den mündlichen Teil allein, 120 CHF für den schriftlichen Teil allein. Der Sprachenpass trifft rund vier Wochen nach der Prüfung per Post ein — eine Frist, die einzuplanen ist, denn kein Kanton nimmt ein Dossier ohne diesen Nachweis entgegen.
2. Teilnahme am Wirtschaftsleben
Die gesuchstellende Person muss ihren Lebensunterhalt aus Einkommen, Vermögen oder Leistungen bestreiten, auf die sie Anspruch hat, oder sich in Ausbildung befinden. Das blockierende Kriterium ist die Sozialhilfe: kein Sozialhilfebezug in den drei Jahren vor dem Gesuch, ausser bei vollständiger Rückerstattung. Einzelne Kantone gehen weiter und verlangen die Rückerstattung jeder früheren Sozialhilfe, unabhängig vom Zeitpunkt.
3. Keine Betreibungen und keine Schulden
Der Betreibungsregisterauszug wird systematisch verlangt. Der Kanton Waadt etwa weist Dossiers mit Steuerschulden, Betreibungen über 1 500 CHF oder Lohnpfändungen ab. Mehrere Deutschschweizer Kantone verlangen zusätzlich das Fehlen von Steuer- oder Krankenkassenausständen. In der Praxis ist dies einer der häufigsten Ablehnungsgründe — und der vermeidbarste: eine vergessene Rechnung, die in Betreibung geht, hinterlässt fünf Jahre lang eine Spur.
4. Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung
Das Strafregister wird in jeder Phase konsultiert. Schwere Verbrechen und Vergehen schliessen die Anerkennung einer erfolgreichen Integration aus. Geringfügige Delikte können je nach Art und Alter toleriert werden, doch eine eingetragene Verurteilung genügt in der Regel, um das Verfahren bis zur Löschung zu sistieren.
5. Vertrautheit mit den schweizerischen Lebensverhältnissen
Das ist der bekannte Wissenstest, der je nach Kanton unterschiedlich organisiert wird. In Genf ist er schriftlich, dauert rund 45 Minuten, findet in den Räumen des OCPM statt und muss vor der Gesuchseinreichung bestanden sein. Er umfasst Institutionen, Geografie, Geschichte, Kultur und Bürgerrechte, auf Bundes- wie auf Kantonsebene. Andere Kantone bevorzugen ein Gespräch vor einer Gemeindekommission, in dem die Kenntnis des Dorfes ebenso zählt wie jene des Bundesstaats.
Wie viele Jahre braucht es im Kanton und in der Gemeinde?
Die Antwort schwankt je nach Wohnort um das Doppelte: Das Bundesrecht erlaubt den Kantonen, zwei bis fünf Jahre kantonalen und kommunalen Wohnsitz zu verlangen. Diese Dauer kommt zu den zehn Bundesjahren hinzu — sie ersetzt sie nicht —, und ein Kantonswechsel setzt den kantonalen Zähler auf null zurück.
| Kanton | Verlangte kantonale Dauer | Detail |
|---|---|---|
| Genf | 2 Jahre | Davon die 12 Monate unmittelbar vor der Einreichung. Wissenstest vor der Einreichung zu bestehen, Bürgerrechtsschwur am Ende obligatorisch. |
| Waadt | 2 Jahre | Davon das Jahr vor dem Gesuch. Einreichung ausschliesslich auf dem Postweg, keine Schaltereingabe. |
| Zürich | 2 Jahre im Kanton und 2 Jahre in der Gemeinde | Die doppelte Anforderung ist kumulativ. Durchschnittliche Verfahrensdauer rund zwei Jahre. |
| Freiburg | 3 Jahre im Kanton | Davon 2 in den letzten 5 Jahren. Die Gemeinden legen zusätzlich eine eigene Frist von 1 bis 3 Jahren fest. |
| Wallis | 5 Jahre im Kanton | Davon 3 Jahre Wohnsitz in der Gemeinde, in der das Gesuch eingereicht wird. Eine der längsten Fristen der Schweiz. |
Diese Tabelle erklärt eine Strategie, die viele Gesuchstellende zu spät entdecken: Es lohnt sich, den Wohnsitz drei Jahre vor dem geplanten Einreichungsdatum zu stabilisieren. Wer als Expat von Nyon nach Genf zieht, um näher beim Arbeitgeber zu wohnen, setzt zwei Jahre kantonalen Wohnsitz zurück, während die Bundesfrist weiterläuft. Unsere administrative Checkliste für den Umzug in die Schweiz zeigt die Reihenfolge der Meldungen beim Einwohneramt bei einem Gemeindewechsel.
Die genauen Voraussetzungen veröffentlicht jeder Kanton: Genf, Waadt und Zürich führen ausführliche, aktuelle Seiten.
Wie läuft das Verfahren vom Dossier bis zum Bürgerrechtsschwur ab?
Die ordentliche Einbürgerung folgt einem dreistufigen Weg in fester Reihenfolge: Gemeinde und Kanton erheben, der Bund bewilligt, der Kanton entscheidet. Hier der vollständige Ablauf, so wie er erlebt wird.
- Anspruch prüfen und Unterlagen zusammenstellen. Gültige C-Bewilligung, Berechnung der Aufenthaltsjahre, Wohnsitzbescheinigung, Strafregisterauszug, Betreibungsregisterauszug, Geburtsurkunde und gegebenenfalls die Steuerveranlagungen der letzten Jahre.
- Den Sprachtest ablegen. fide-Zertifikat oder anerkanntes Äquivalent, ausser bei Befreiung. Rund vier Wochen zwischen Prüfung und Erhalt des Sprachenpasses einplanen.
- Den Wissenstest bestehen, wo er der Einreichung vorausgeht. So in Genf, wo die rund 45-minütige schriftliche Prüfung Eintretensvoraussetzung ist.
- Das Gesuch bei der zuständigen kantonalen oder kommunalen Behörde einreichen und die Gebühr bezahlen, die in der Regel im Voraus geschuldet und bei einer Ablehnung nicht rückerstattbar ist.
- Die Erhebung abwarten. Die kantonale Einbürgerungsstelle prüft die gesetzlichen Voraussetzungen, holt Auskünfte bei Steuer- und Sozialbehörden ein und leitet das Dossier zur Stellungnahme an die Gemeinde weiter.
- Das Gemeinde- oder Kantonsgespräch führen, sofern der Kanton eines vorsieht: es betrifft Integration, staatsbürgerliche Kenntnisse und das lokale Leben.
- Die eidgenössische Einbürgerungsbewilligung erhalten. Das SEM prüft die Integration, die Vertrautheit mit den schweizerischen Lebensverhältnissen und das Fehlen einer Gefährdung der inneren oder äusseren Sicherheit.
- Den kantonalen Einbürgerungsentscheid erhalten. Der Kanton hat ab der Bundesbewilligung ein Jahr Zeit für seinen Entscheid.
- Den Bürgerrechtsschwur leisten und die Ausweise bestellen. Die Vereidigung ist für Erwachsene in mehreren Kantonen, darunter Genf, obligatorisch und schliesst das Verfahren förmlich ab. Biometrischer Pass und Identitätskarte werden anschliessend beim Kanton bestellt, mit einem Kombiangebot zum Vorzugspreis; fedpol nennt eine maximale Lieferfrist von zehn Arbeitstagen in der Schweiz und dreissig Arbeitstagen aus dem Ausland.
Wie lange dauert es wirklich?
Rechnen Sie mit 12 bis 36 Monaten zwischen der Einreichung eines vollständigen Dossiers und dem Endentscheid, je nach Kanton und Komplexität. In Genf liegt die beobachtete Dauer bei rund zweieinhalb Jahren; der Kanton Zürich nennt etwa zwei Jahre. Diese Fristen verstehen sich ohne Vorbereitungszeit: zwischen dem Entschluss und dem Pass sind vier Jahre nichts Aussergewöhnliches.
Was kostet eine Einbürgerung in der Schweiz 2026?
Die Gesamtrechnung liegt in der Regel zwischen 500 und 1 500 CHF pro Dossier, zuzüglich Nebenkosten. Entgegen einer verbreiteten Vorstellung ist der Bundesanteil marginal: Kanton und Gemeinde bestimmen den Hauptteil der Kosten.
| Position | Betrag | Präzisierung |
|---|---|---|
| Bundesgebühr — Einzelperson | 100 CHF | Mit oder ohne minderjährige Kinder |
| Bundesgebühr — Ehepaar | 150 CHF | Mit oder ohne minderjährige Kinder |
| Bundesgebühr — minderjährige Person allein | 50 CHF | Einzelgesuch einer minderjährigen Person |
| Kantonsgebühr (Beispiel Waadt) | 450 CHF Einzelperson, 550 CHF Familie | Jeder Kanton legt seinen eigenen Tarif fest |
| Gemeindegebühr (Beispiel Waadt) | 100 bis 400 CHF Einzelperson, 200 bis 500 CHF Familie | Von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich |
| Erleichterte Einbürgerung (SEM) | 900 CHF, oder 650 CHF für unter 18-Jährige | Vollständig eidgenössisches Verfahren |
| fide-Sprachtest | 250 CHF vollständig, 170 CHF mündlich, 120 CHF schriftlich | Ausser bei Befreiung wegen Muttersprache oder Schulzeit |
| Amtliche Dokumente | Einige Dutzend Franken pro Stück | Strafregisterauszug, Betreibungsregisterauszug, Wohnsitzbescheinigung, Zivilstandsurkunden |
Zwei Punkte lohnen sich vorauszudenken. Erstens ist die Gebühr im Voraus geschuldet und wird bei einer Ablehnung nicht zurückerstattet: ein zu früh eingereichtes Dossier kostet also doppelt. Zweitens übersteigt eine vierköpfige Familie, die Bundes-, Kantons- und Gemeindegebühren, zwei Sprachtests und ein Dutzend amtlicher Dokumente zusammenzählt, häufig 2 000 CHF, allfällige Beratungshonorare nicht eingerechnet.
Wie funktioniert die erleichterte Einbürgerung, und wer kommt dafür infrage?
Die erleichterte Einbürgerung ist kürzer, vollständig eidgenössisch und auf abschliessend aufgezählte Situationen beschränkt. Das Dossier wird vom SEM nach Anhörung des Kantons behandelt, ohne den Weg über die Gemeinde. Drei Profile sind hauptsächlich betroffen.
Ehegatte einer Schweizer Staatsangehörigen oder eines Schweizer Staatsangehörigen
Der ausländische Ehegatte einer Person mit Schweizer Bürgerrecht kann die erleichterte Einbürgerung beantragen, wenn er fünf Jahre in der Schweiz gelebt hat, davon das Jahr vor dem Gesuch, und seit drei Jahren in tatsächlicher ehelicher Gemeinschaft lebt. Für ein im Ausland wohnhaftes Paar ändert die Regel: verlangt werden sechs Jahre eheliche Gemeinschaft und eine enge Verbundenheit mit der Schweiz, die in einem persönlichen Gespräch bei der zuständigen Schweizer Vertretung beurteilt wird. Die eingetragene Partnerschaft eröffnet den erleichterten Weg nicht, verkürzt aber die Frist für den ordentlichen Weg auf fünf Jahre Aufenthalt mit drei Jahren Partnerschaft.
Das SEM entscheidet in der Regel innert zwölf Monaten nach Eingang des Dossiers samt Erhebungsbericht. Der Einbürgerungsentscheid ist stets mit einer Beschwerdefrist von dreissig Tagen ab Eröffnung verbunden.
Jugendliche der dritten Generation
Seit Februar 2018 öffnet Artikel 24a des Bürgerrechtsgesetzes die erleichterte Einbürgerung für ausländische Jugendliche der dritten Generation. Die Voraussetzungen sind kumulativ und streng: in der Schweiz geboren, bei der Einreichung unter 25 Jahre alt, im Besitz einer C-Bewilligung, mindestens fünf Jahre obligatorische Schulzeit in der Schweiz, mindestens ein Elternteil mit C-Bewilligung, zehn Jahren Aufenthalt in der Schweiz und fünf Jahren obligatorischer Schulzeit hier, sowie mindestens ein in der Schweiz geborener Grosselternteil oder ein solcher, der hier ein Aufenthaltsrecht erworben hat.
Wiedereinbürgerung für jene, die das Bürgerrecht verloren haben
Die Wiedereinbürgerung richtet sich namentlich an Schweizerinnen, die ihr Bürgerrecht durch Heirat vor Oktober 2003 verloren haben, an vor Juli 1985 von einer Schweizer Mutter geborene Kinder und an ausserehelich von einem Schweizer Vater gezeugte Kinder. Es wird keine Aufenthaltsdauer verlangt, wohl aber eine nachgewiesene enge Verbundenheit mit der Schweiz: regelmässige Aufenthalte, Beherrschung einer Landessprache, Kontakte zu Schweizer Staatsangehörigen, Vereinsengagement.
Kann ein Grenzgänger den Schweizer Pass erhalten?
Nein, nicht als Grenzgänger. Die Einbürgerung setzt einen Wohnsitz in der Schweiz voraus, und Jahre mit einer G-Bewilligung werden bei der Berechnung der Aufenthaltsdauer nicht angerechnet. Wer seit fünfzehn Jahren in Genf arbeitet und dabei in Annemasse, Saint-Julien-en-Genevois oder im Pays de Gex wohnt, hat bürgerrechtlich kein einziges angesammeltes Jahr.
Der Weg besteht, ist aber lang. Er verlangt eine tatsächliche Wohnsitzverlegung in die Schweiz, eine Aufenthaltsbewilligung B, danach eine Niederlassungsbewilligung C, und zehn ab der Niederlassung laufende Jahre. Anders gesagt: ein 40-jähriger Grenzgänger, der nach Genf oder in den Kanton Waadt zieht, hat den Pass um die fünfzig im Blick, sofern er zwischenzeitlich nicht den Kanton wechselt. Unser vollständiger Leitfaden zur G-Bewilligung zeigt, was dieser Status erlaubt und was nicht.
Diese Wohnsitzverlegung ist finanziell nicht neutral: Steuern, Krankenversicherung und Vorsorge wechseln ins Schweizer System, mit unmittelbaren Folgen für das verfügbare Einkommen. Unsere Leitfäden zum Grenzgängerstatus und zum Dreisäulensystem erlauben es, den Unterschied vor dem Entscheid abzuschätzen.
Wie hält man in den zehn Jahren davor eine saubere Finanzlage?
Das ist der Teil des Weges, den niemand als Einbürgerungsschritt präsentiert — und doch beginnt er am frühesten. Zwei der fünf Integrationskriterien sind rein finanziell: die Teilnahme am Wirtschaftsleben mit dem Verbot, in den drei Jahren vor dem Gesuch Sozialhilfe bezogen zu haben, und das Fehlen von Betreibungen, Steuerschulden und Krankenkassenausständen.
Ein erheblicher Teil der Einbürgerungswilligen sind jedoch Expats, deren Einkommen, Ersparnisse oder familiäre Unterstützung teilweise in Euro lauten. Jede Krankenkassenprämie, jede Steuerrate, jede von einem ausländischen Konto bezahlte Miete durchläuft dann eine Umrechnung — und, bei blockierter oder fehlerhafter Überweisung, ein Risiko des Zahlungsverzugs. Eine unbezahlte Schweizer Rechnung wird nach einigen Mahnungen zur Betreibung, und diese Betreibung bleibt fünf Jahre im Register eingetragen, was die gesamte Bearbeitungsdauer eines Dossiers bequem abdeckt.
Was die Umrechnung über die Dauer des Wegs wirklich kostet
Eine Bank wendet bei einer Euro-Franken-Umrechnung in der Regel eine Marge von 1,5 % bis 3 % auf den Interbankenkurs an. Über zehn Jahre aus Euro finanzierten Schweizer Alltags wird die Differenz spürbar.
| Position | Übliche Bankmarge (1,5 %) | ibani-Marge | Differenz |
|---|---|---|---|
| Verfahrenskosten: rund 2 000 CHF (Gebühren, Sprachtest, Dokumente) | 30 CHF | 8 CHF (0,40 %) | 22 CHF |
| Alltag: 2 000 EUR pro Monat, 10 Jahre lang umgerechnet, also 240 000 EUR | 3 600 EUR | 960 EUR (0,40 %) | 2 640 EUR |
| Total über den ganzen Weg | Rund 3 630 | Rund 968 | Rund 2 660 |
Der ibani-Tarif ist degressiv: 0,40 % bis 10 000 CHF, 0,35 % von 10 000 bis 50 000 CHF, 0,30 % von 50 000 bis 100 000 CHF, 0,20 % von 100 000 bis 250 000 CHF, danach 0,15 %. Es kommen weder Eröffnungs- noch Kontoführungs- noch Überweisungsgebühren hinzu. Den genauen Betrag, den Sie erhalten würden, schätzen Sie mit unserem Währungsrechner.
Eine persönliche Schweizer IBAN, um pünktlich zu zahlen — und danach
Nach Einschätzung unserer Finanzexperten liegt der Kern nicht bei den Wechselkosten, sondern bei der Regelmässigkeit der Zahlungen. Eine kostenlose persönliche Schweizer IBAN erlaubt es, Euro zu empfangen, zum realen Marktkurs im gewählten Moment umzurechnen und danach Krankenkassenprämien, Steuerraten, Miete und Verwaltungsgebühren in Franken zu begleichen — auch per QR-Rechnung, dem Schweizer Standardformat, das nicht jedes ausländische Konto korrekt verarbeitet. ibani ist ein Schweizer Finanzintermediär mit Sitz in Genf, keine Bank: Es geht nicht darum, ein lokales Konto zu ersetzen, sondern die Brücke zwischen den Euro und den Franken des Schweizer Alltags zu schlagen.
Diese Brücke bleibt auch nach dem Pass nützlich. Wer als neue Schweizer Staatsangehörige ins Ausland zieht, behält die Ansprüche aus AHV und beruflicher Vorsorge und muss die Renten in Franken empfangen können: unsere Leitfäden zur Lebensbescheinigung und zu Schweizer Renten im Ausland und zur Schweizer Rente in Portugal oder Spanien behandeln diesen Fall. Für die ersten Wochen nach einem Umzug fassen unser administrativer Überlebensleitfaden für die ersten 30 Tage und unsere Serviceseite für Expats die Reihenfolge der Schritte zusammen.
Eröffnung aus der Ferne, kostenlose persönliche Schweizer IBAN, keine Kontoführungs- oder Überweisungsgebühren, transparente Wechselmarge ab 0,15 %. Damit lassen sich Krankenkassenprämien, Steuern, Mieten und Verwaltungsgebühren in Franken bezahlen, ohne je eine Frist zu verpassen.
Das Angebot für Expats entdecken →Häufige Fragen
Welche Voraussetzungen gelten 2026 für die Schweizer Staatsbürgerschaft?
Für die ordentliche Einbürgerung sind zehn Jahre Aufenthalt in der Schweiz erforderlich, davon drei in den fünf Jahren vor dem Gesuch, dazu eine Niederlassungsbewilligung C im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung und die Erfüllung der Integrationskriterien: Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, Respektierung der Werte der Bundesverfassung, Sprachkompetenzen auf Niveau B1 mündlich und A2 schriftlich in einer Landessprache, Teilnahme am Wirtschaftsleben oder Erwerb von Bildung sowie Förderung der Integration der Familienmitglieder. Zwischen dem 8. und dem 18. Altersjahr in der Schweiz verbrachte Jahre zählen doppelt, der tatsächliche Aufenthalt muss aber mindestens sechs Jahre gedauert haben. Hinzu kommt eine kantonale und kommunale Wohnsitzdauer von zwei bis fünf Jahren je nach Kanton — siehe unseren Leitfaden zu den Bewilligungen B, C, G und L für den Weg über den Aufenthaltstitel.
Wie lange dauert ein Einbürgerungsverfahren in der Schweiz?
Rechnen Sie mit 12 bis 36 Monaten zwischen der Einreichung eines vollständigen Gesuchs und dem Endentscheid, im Durchschnitt rund zwei bis zweieinhalb Jahre in den stark beanspruchten Kantonen wie Genf und Zürich. Das ordentliche Verfahren läuft über drei Ebenen: kantonale und kommunale Erhebung, eidgenössische Einbürgerungsbewilligung des Staatssekretariats für Migration, danach der kantonale Entscheid, den der Kanton innert eines Jahres nach der Bundesbewilligung zu fällen hat. Bei der erleichterten Einbürgerung entscheidet das SEM in der Regel innert zwölf Monaten nach Eingang des Dossiers samt Erhebungsbericht.
Welches Sprachniveau ist für die Einbürgerung in der Schweiz nötig?
Das Bundesrecht verlangt Niveau B1 mündlich und A2 schriftlich in einer Landessprache: Deutsch, Französisch, Italienisch oder Rätoromanisch. Die Kantone können im ordentlichen Verfahren höhere Anforderungen stellen. Der Nachweis erfolgt über ein anerkanntes Zertifikat, wobei der fide-Sprachenpass als Schweizer Referenz gilt, oder über eine Befreiung, wenn die Landessprache Muttersprache ist, wenn mindestens fünf Jahre obligatorische Schulzeit in dieser Sprache absolviert wurden oder wenn ein Abschluss der Sekundarstufe II oder der Tertiärstufe in dieser Sprache vorliegt. Der vollständige fide-Test kostet 250 CHF, der mündliche Teil allein 170 CHF und der schriftliche Teil allein 120 CHF; das Ergebnis trifft rund vier Wochen später ein.
Was kostet eine Einbürgerung in der Schweiz?
Das Total liegt in der Regel zwischen 500 und 1 500 CHF pro Dossier, ohne Nebenkosten. Die Bundesgebühr ist bescheiden: 100 CHF für eine Einzelperson mit oder ohne minderjährige Kinder, 150 CHF für ein Ehepaar, 50 CHF für eine minderjährige Person allein. Den Hauptteil machen Kanton und Gemeinde aus: im Kanton Waadt etwa beträgt die kantonale Gebühr 450 CHF für eine Einzelperson und 550 CHF für eine Familie, dazu kommen 100 bis 400 CHF auf Gemeindeebene. Die erleichterte Einbürgerung, direkt vom SEM behandelt, kostet 900 CHF, reduziert auf 650 CHF für Personen unter 18 Jahren. Hinzu kommen Sprachtest, Strafregisterauszug, Betreibungsregisterauszug und Zivilstandsdokumente. Die Gebühr ist im Voraus geschuldet und wird bei einer Ablehnung nicht zurückerstattet.
Kann sich ein Grenzgänger mit G-Bewilligung einbürgern lassen?
Nein. Die ordentliche Einbürgerung setzt einen Wohnsitz in der Schweiz voraus, und Jahre mit einer G-Bewilligung werden bei der Berechnung der Aufenthaltsdauer nicht angerechnet. Wer als Grenzgänger den Schweizer Pass anstrebt, muss zuerst den Wohnsitz in die Schweiz verlegen, eine Aufenthaltsbewilligung B und danach eine Niederlassungsbewilligung C erlangen; erst ab der tatsächlichen Niederlassung beginnt die Zehnjahresfrist zu laufen. Auch die Bewilligungen L, N und S zählen nicht; die vorläufige Aufnahme, Bewilligung F, wird nur zur Hälfte angerechnet. Unser Leitfaden zur G-Bewilligung erläutert die mit diesem Status verbundenen Rechte.
